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2005-10-30

Permanent reform 

A great post by Bjoern Staerk about how the focus of our activities changes from before democracy arrives to once it's established (and sucks); and from before amateur media evolve to once they are here to stay (and suck too).

[This link comes with a special dedication to Christian from eDemokratie.ch.]


3 comments:

Bjoern Staerk schreibt: «So before there's democracy, you should talk about how great it would be. When democracy has arrived, you should criticize it. You're still serving the same cause, (good government), and your tool of choice is the same, (democracy), but the conditions have changed so your focus should too.»

Meine kritische Position in einem Dreisatz:
1. Viele Demokratien sind in Tat und Wahrheit «nur» repräsentative Demokratien. Mein Demokratieverständnis geht aber dahin, dass die Bürger auf kommunaler, regionaler, nationaler und supranationaler Ebene auch in Sachgeschäften mitentscheiden können. In der Schweiz (halbdirekte Demokratie) können die Bürger 4 – 5 Mal pro Jahr über ein Bündel wichtiger Sachgeschäfte abstimmen.
2. Demokratie besteht nicht nur aus dem Akt der Wahl bzw. der Abstimmung. Diese Handlung kommt erst am Schluss eines langen Prozesses, in dem über Vor- und Nachteile einer Person oder Sachvorlage diskutiert wird. Demokratie bedeutet also zuerst intensive Gespräche und erst dann kommt die Entscheidung.
3. «Social software» vereinfacht es politisch interessierten Bürgern, sich (weltweit) zu vernetzen und zu mobilisieren. Das Internet und insbesondere die dialogischen und partizipativen Kommunikationsformen steigern aber nicht das allgemeine Interesse an Politik und Demokratie. Dies behaupte ich nicht.
 

Übrigens zur Klarstellung, weil mir noch aufgefallen ist, dass du meine Link-Widmung als sarkastischen Belehrungsversuch missverstehen könntest: Gemeint war, dass ich zwischen dem norwegischen Skeptiker und dem schweizer Idealisten eine befruchtende Art von Geistes- oder zumindest Interessensverwandtschaft (eben einen Link) zu finden glaubte.

Ja, in der Tat sollte eine deliberative Demokratie der Staerk'schen Kritik nicht unterliegen, und in der Schweiz sind Ansätze dazu verwirklicht. Zumindest überall sonst gibt es aber doch immer wieder Anlass zur verzweifelten Kritik an der politischen Realität. Insofern glaube ich auch nicht, dass sich eure beiden Positionen widersprechen.
 

@Georg
Mich hat die Widmung vor allem geehrt ;-)

Ich sehe auch keine zwingende Widersprüche. Zwischen Bjoern und mir. Unser gemeinsamer Nenner liegt wohl darin, als (viruelle) Demokraten die Demokratie kritisch zu hinterfragen.

Und das Internet, da bleib ich dabei, bietet dazu einge gutes Forum: Bjoern, du und ich sind der Beweis dafür.
 
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